Eine komplette Mittelfrequenz-Induktionsschmelzanlage planen

Eine Induktionsschmelzanlage zu planen heißt mehr, als einen Ofen auszusuchen.
Ein gelungenes Projekt stimmt elektrische Leistung, Ofenkapazität, Kühlung, Hydraulik, feuerfeste Auskleidung und Produktionsbedarf aufeinander ab.
Schritt 1: Das Metall festlegen
Beginnen Sie mit dem Werkstoff:
- Stahl
- Gusseisen
- nichtrostender Stahl
- Kupfer
- Aluminium
- Aluminiumlegierungen
- Messing
- andere Nichteisenmetalle
Schritt 2: Die Produktionsmenge bestimmen
Legen Sie fest:
- Chargengröße
- benötigte Tonnen je Stunde
- Zahl der Schmelzzyklen
- Betriebsstunden
- nötige Warmhaltekapazität
Schritt 3: Die Ofenkapazität wählen
Die Kapazität folgt dem Produktionsbedarf.
Möglich sind kleine Öfen bis zu großen Anlagen mit 20, 30 und 40 Tonnen und darüber.
Schritt 4: Die Leistung wählen
Die Leistung folgt der gewünschten Schmelzrate.
Stromversorgung, Transformator, Kondensatorbatterie und Spule müssen zusammenpassen.
Schritt 5: Die Ofenanordnung wählen
Ein Werk kann einen einzelnen Ofen nutzen oder ein Ein-auf-zwei-System.
Die zweite Anordnung erlaubt Schmelzen und Warmhalten an zwei Ofenkörpern.
Schritt 6: Das Kühlsystem auslegen
Die Kühlung wird nach der tatsächlichen Wärmelast bemessen.
Sie kann enthalten:
- Kühlturm im geschlossenen Kreis
- Querstrom-Kühlturm
- Kühlwasserstation
- Pumpen
- wassergekühlte Kabel
- Kühlkreis der Spule
Schritt 7: Die Kippeinrichtung wählen
Je nach Ofengröße und Anwendung kann der Ofen nutzen:
- hydraulisches Kippen
- Kippen über Getriebe
- mechanisches Kippen
Schritt 8: Die Anlage zusammenführen
Das Werk wird als ein System ausgelegt:
- Transformator
- Mittelfrequenz-Stromversorgung
- Kondensatorbatterie
- Induktionsspule
- Magnetjoch
- Induktionsofen
- hydraulisches Kippen
- Schmelze
Die Kühlung ist an die wassergekühlten Bauteile angeschlossen.
Schritt 9: Die technischen Daten bestätigen
Vor der Fertigung werden bestätigt:
- Ofenkapazität
- Bemessungsleistung
- Frequenz
- Spannung
- Schmelzleistung
- Kühlwassermenge
- Ofenabmessungen
- Kippart
- elektrische Anforderungen
- Aufstellbedingungen
Fazit
Die beste Schmelzanlage ist nicht einfach der Ofen mit der höchsten Leistung.
Sie ist die abgestimmte Kombination aus Ofen, Stromversorgung, Transformator, Kondensatoren, Spule, Magnetjoch, Kühlung, Hydraulik und Hilfsausrüstung.
Eine Gesamtauslegung richtet die Technik an der tatsächlichen Produktion des Kunden aus.
Vom einzelnen Ofenteil bis zur kompletten Mittelfrequenz-Schmelzanlage ist die Systemauslegung der Schlüssel zu einem zuverlässigen Industriebetrieb.
Passende Ausrüstung
- GW-Serie Schmelzofen
- Ein-auf-zwei-Ofensystem
- KGPS-Serie Stromversorgung
- Induktionsofen-Transformator
- FBT-Kühlturm im geschlossenen Kreis
- Hydraulisches Kippsystem
- Induktionsspule
